Die Sanierung der Wasserkraftanlage und des Walzenwehres in Finnentrop

Die Wasserkraftanlage Lenhausen liegt an der Lenne – kurz unterhalb der Einmündung

des Flusses Bigge.

(bei Verwendung bitte Quellenvermerk „Foto: Ruhrverband“ angeben)


Die Anlage hat ein stattliches Alter von 90 Jahren, befi ndet sich nahezu
noch im Originalzustand und steht komplett unter Denkmalschutz. Sie besteht aus dem
eigentlichen Wasserkraftwerk Lenhausen mit einer installierten Leistung von 1,4 MW,
einem 2,2 km langen Obergraben und einem Stauwehr bei Finnentrop.

Aktuell wird das Stauwehr saniert, welches als „Ältere Schwester“ der Wehranlagen
Hengstey-, Harkort- und Baldeneysee betrachtet werden kann und an dem 90 Jahre Betrieb
nicht spurlos vorübergegangen sind. Im Gegensatz zu den Wehranlagen an der Ruhr ist
die Wehranlage Lenhausen nicht mit Revisionsverschlüssen ausgestattet. Um die beiden
genieteten, 22 Meter langen Wehrwalzen gründlich inspizieren zu können, war daher die
Trockenlegung der beiden Wehrfelder erforderlich. Die Fachleute des Ruhrverbands griffen
auf eine Methode zurück, die sich bei der Hochwasserabwehr bereits vielfach bewährt hat,
nämlich sog. „Mobildeiche“ oder „mobile Schlauchwehre“. Es handelt sich dabei um große, wassergefüllte Kunststoff-Schläuche aus besonders widerstandsfähigem Material. Diese
haben eine Länge von je 25 Metern und einen Durchmesser von über zwei Metern und
wurden paarweise gekoppelt vor den Wehrwalzen im Flußbett der Lenne verlegt.

Zuvor wurde Ende Mai 2019 das Oberwasser (im Volksmund: der „Lennesee“) langsam abgesenkt;
anschließend die leeren Schläuche mit Hilfe eines Baggers und mit Unterstützung
der Freiwilligen Feuerwehren Finnentrop und Bamenohl in wenigen Stunden verlegt und mit
Wasser befüllt. Durch ihr Eigengewicht liegen die wassergefüllten Schläuche nun fest auf
der Flußsohle auf. Abschließend wurde der Lennesee wieder aufgestaut. Der Lennezufluss
wird – bis auf die Mindestwasserführung – über den Obergraben des Wasserkraftwerks
Lenhausen abgeführt. Sollte ein Hochwasser auftreten, können die Schläuche entfernt
werden.

Vorteile dieser Maßnahme sind:
1. Beide Wehrfelder sind nun (fast) tropfdicht gegen das Oberwasser abgedämmt.
2. Die Stromproduktion des Wasserkraftwerkes Lenhausen mit 1,4 MW installierter Leistung
brauchte nur für 3 Tage unterbrochen werden.
3. Die Fisch- und Vogelwelt an Lennesee, Obergraben und Lenne-Altarm wird nur so gering
wie möglich beeinträchtigt.

Planmäßig wurden Ende August 2019 die beiden Wehrwalzen sowie ein Teil der Fachwerk-
Brücke per Mobilkran aus den Wehrfeldern gehoben und zur Sanierung in das Werk
einer Stahlbaufirma abtransportiert. Die Walzen können dort unter kontrollierten Bedingungen
von dem alten, schadstoffhaltigen Anstrich gereinigt und die schadhaften Teile
erneuert werden. Eine monatelange Belästigung der unmittelbaren Lenne-Anwohner durch
Baulärm (z. B. Strahl- und Nietarbeiten) wird weitgehend vermieden. Nach der Neubeschichtung
im Werk ist der Wiedereinbau der Walzen für das Frühjahr 2020 geplant – sobald die
Wasserführung der Lenne diese Arbeiten zulässt. Weitere Arbeitsschritte wie der Bau einer
Fischaufstiegsanlage, Sanierung der Ufermauern, des Obergrabens und der Umbau der
Rechenanlage folgen bzw. sind in Vorbereitung.